NEW YORK. Vor zwei Wochen schien für Sandra Gal alles zu passen.
Da lag sie am ersten Tag des mit zwei Millionen Dollar dotierten Turniers der LPGA Tour, der lukrativsten Turnierserie
im Profigolf der Damen, in Rochester im Bundestaat New York nach einer Runde von 64 Schlägen (acht unter Par) auf dem ersten Platz. Es war die bislang beste Runde der 24 Jahre alten Proette aus Leichlingen auf der LPGA Tour. Am Ende reichte es zwar nur zum siebten Platz, aber sie konnte sich trösten. "Ich werde in diesem Jahr ständig besser. Aber manchmal geht es nicht so schnell, und du musst einfach einen Schritt nach dem anderen machen."
Sandra Gal war 2008 nach einem Studium an der University of Florida Profi geworden und verdient seitdem ihr Geld in den Vereinigten Staaten. In ihrem ersten Jahr auf der LPGA Tour gewann sie knapp 200 000 Dollar und sicherte sich die Spielberechtigung für 2009. Langsam, aber sicher bewegt sie sich auf der Geldrangliste der Ladies Professional Golf Association (LPGA) nach oben, zurzeit belegt sie mit rund 150 000 Dollar den 41. Platz. Im Gegensatz zu dem einstigen Wunderkind Michelle Wie überstand sie die Qualifikation für die US Womens Open, die von Donnerstag bis Sonntag auf dem Old Course des Saucan Valley Country Clubs (6163 Meter) in Bethlehem in Pennsylvania stattfinden und mit 3,25 Millionen Dollar (585 000 Dollar für die Siegerin) dotiert sind.
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Es ist nun einmal schwer, sich auf der LPGA Tour zu behaupten. Sandra Gal versucht alles, um Anschluss an die Weltspitze zu finden, die von der Mexikanerin Lorena Ochoa angeführt wird und in die ständig junge koreanische Proetten nachrücken. So arbeitet die Deutsche unter anderem seit anderthalb Jahren mit dem aus Deutschland stammenden Golf-Fitnessspezialisten Kai Fusser zusammen, der in Orlando mit der Schwedin Annika Sörenstam die Annika Academy betreibt. "Gerade für jemanden, der so groß ist wie ich, ist es wichtig, dass man kompakt schwingt", sagt die 1,82 Meter große Sandra Gal, die auf dem hügeligen Platz in Hubbelrath außerhalb von Düsseldorf das Spiel erlernte.
Sandra Gal gehört zu den "Wilhelmina 7", einer Gruppe von LGPA-Tourspielerinnen, die aufgrund ihres guten Aussehens einen Modelvertrag bekamen und helfen sollen, ihre Tour zu vermarkten. Der Vorteil liegt auf der Hand: "Durch deren Kontakte können wir auch Verträge außerhalb der Golfbranche bekommen - in der Bekleidungsbranche, in der Kosmetik", sagt Sandra Gal, die auf ihren Dienstreisen nicht in Hotelzimmern logiert. Sie nutzt das Angebot der Tour und wohnt möglichst bei Familien am Veranstaltungsort, meist bei Mitgliedern der gastgebenden Klubs. "Dadurch habe ich viele Freunde gefunden. Und wenn man dann das zweite Jahr wiederkommt, hat man das Gefühl, man kommt nach Hause."
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2009
Author: JÜRGEN KALWA